Die Geschichte des ASB

 
Die erste "Arbeiter Samariter Organisation" entstand 1888 in Berlin, 1909 der "Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland" (ASBD). In Österreich wurde der "Arbeiter Samariter Dienst des ASKÖ" 1927 als ASKÖ-Ausschuß, nicht als eigener Verein gegründet. 1932 entstand der "Arbeiter Samariterbund Österreichs" als eigener Verein (Dachorganisation aller Arbeiter Samariter Österreichs). Diese Organisation verfügte über einen eigenen Rettungswagen, dieser war in Neulengbach in Niederösterreich stationiert. Die Organisation wurde, wie alle Arbeiterorganisationen, im Februar 1934 aufgelöst. Zwischen 1933 und 1940 wurden alle bestehenden europäischen Arbeiter-Samariter-Organisationen (ausgenommen Dänemark, Schweden und Schweiz) aus politischen Gründen oder kriegsbedingt aufgelöst. In Österreich wurde der Arbeiter Samariter Bund 1947 in Wien mit Hilfe der Schweizer Arbeiter Samariter wiedergegründet und im Winter desselben Jahres mit dem Wintersport-Unfalldienst im Wienerwald begonnen. 1948 wurde der ASBÖ in ganz Österreich aktiv: Der erste Rettungswagen nach der Wiedergründung wurde in Eichgraben, Niederösterreich in Dienst gestellt und mit dem Wasserrettungsdienst im Wiener Wildbadegebiet begonnen. Ab 1950 wurden öffentliche Erste Hilfe Kurse durchgeführt, ebenso Zillenfahrer- und Rettungsschwimmerkurse. Der ständige Krankentransportdienst in Wien begann 1954 , und seit 1978 ist der ASBÖ Teil des Wiener ärztlichen Rettungsverbundes. Anläßlich der 50. Wiederkehr der Gründung einer Arbeiter-Samariter Organisation in Österreich wurde 1977 erstmal in Wien ein "Internationaler Erste Hilfe Wettbewerb" durchgeführt. Bei vielen Großereignissen waren Arbeiter-Samariter mit kompetenter Hilfe zur Stelle: z.B. Jugendtreffen in Wien 1952, 1958 und 1963, auch in anderen Orten wie Bregenz 1951, Döbriach am Millstättersee (mehrere Jahre), Hochwasser 1954, Ungarnhilfe 1956, Gymnaestrada 1964, Prager Frühling 1968, Papstbesuche, sowie bei den Sonnenzügen, Krankensegnungen (Mariazell), Behindertentelefon usw. ... Derzeit sind in Wien 11 Gruppen, in Niederösterreich 26, in Oberösterreich 11, in Salzburg und im Burgenland je vier, zwei in Vorarlberg, in der Steiermark und Kärnten je eine Rettungsstelle des ASBÖ tätig. Zu den vorrangigen Aufgabenbereiche der Arbeiter Samariter zählen der Rettungs- und Krankentransportdienst (inkl. Notarztwagen), der Ärztefunkdienst, die Bereitstellung von Ambulanzen bei Veranstaltungen, Katastrophenhilfsdienst (auch im Sinne der ULV), Wasserrettungsdienst und Sozialdienste, sowie die Ausbildung der Mitarbeiter, Betriebsersthelfer und der Bevölkerung. Die weitere Arbeit der Organisation besteht einerseits in der ständigen Verbesserung der Qualität der Leistungen, andererseits im Bestreben, die Organisation im unterversorgten Bundesgebiet auszubauen. International gab es in den Nachkriegsjahren Wiedergründungen von Arbeiter-Samariter-Organisationen in Deutschland, Frankreich und Norwegen. Außer der deutschen Organisation hat aber keine Organisation jene Bedeutung wieder erreicht, die sie vor der Auflösung hatte. In Schweden kam es nach dem Zusammenschluß mit dem Roten Kreuz 1950 zu einer Wiedergründung durch damit nicht einverstandene Mitarbeiter, aber ähnlich wie die Schweizer Organisation übersah man den Trend der Zeit und die dadurch entstandenen Notwendigkeiten. Die dänische und die norwegische Organisation wurde in die Volkshilfe eingegliedert. Mit der Öffnung des Ostens entstanden aufgrund von Hilfslieferungen in den nunmehr freien Ländern und auch in einigen Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR (z.B. Armenien, Kroatien, Litauen, Polen, Rumänien, Rußland, Tschechien, Ungarn,Weißrußland) verschiedene Gruppen, die sich auch als "Samariter" bezeichneten. Einige dieser Gruppen lösten sich nach Beendigung der Hilfslieferungen auf oder schlossen sich mit anderen Hilfsorganisationen zusammen. Allein in Ungarn haben vier Gruppen einen funktionierenden Krankentransport aufgebaut, es sind aber nur drei davon in einer Dachorganisation zusammengeschlossen. In den neuen Bundesländern Deutschlands wurden fast 100 neue Ortsverbände gegründet. Dies wurde durch die politische Verbundenheit des Roten Kreuzes der DDR mit der Geschichte der Arbeiter-Samariter sehr erleichtert. Diese Initiativen in den osteuropäischen Staaten werden von den österreichischen und den deutschen Arbeiter-Samaritern unterstützt. Ob sich daraus kompetente und dauerhafte Organisationen entwickeln, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.